Bericht Damen 1

Ziel erreicht und dann doch wieder verfehlt? Kein Widerspruch, sondern ganz einfach das Motto ‚Mit dem Essen kommt der Appetit‘. Aber langsam, der Reihe nach.

In der schwierigen Gruppe mit starken Teams aus Olten, Willisau, Thun und Münsingen war das Ziel neben der Qualifikation für das Cup Final Four klar, aber hochgesteckt: Mindestens Platz 2 musste her, um den vorzeitigen Klassenerhalt und die Qualifikation für die Finalrunde zu schaffen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, weitere junge Spielerinnen einzubauen, das Kader zu verbreitern und so eine starke Basis für die Zukunft zu legen.

Mit dem Start gegen den HV Olten begann es gleich mit dem Gruppenfavoriten zuhause, dem wir möglichst lange Paroli bieten wollten. Nach starkem Beginn vergaben wir kurz vor der Pause zu viele klare Torchancen und verbauten uns so eine bessere Ausgangslage. In der zweiten Halbzeit hiess es dann, spielen und spielen lassen und Olten setzte sich letztlich klar, aber zu deutlich durch. Trotz der Niederlage zeigte sich, das Kader ist ausgeglichen und die Mannschaft bereit, sich die gesteckten Ziele zu erarbeiten. Da wollten wir ansetzen und uns in den beiden kommenden Auswärtspartien in Willisau und Münsingen behaupten, um den Start positiv zu gestalten.

Im ersten Spiel in Willisau lief es lange Zeit klar für uns, eine 4-Tore Führung 10 Minuten vor Schluss konnten wir (mit etwas Glück) mit der Minimaldifferenz nach Hause bringen. Auch hier war die Chancenauswertung nicht optimal, was sich auch in den kommenden Partien öfter zeigte und ein wichtiger Punkt für die kommenden Spiele und Trainings ist. So gestärkt spielten wir in Münsingen souverän auf und gewannen etwas überraschend relativ einfach und deutlich. Im letzten Spiel der Vorrunde zuhause gegen Thun zeigten wir eine ganz starke Leistung in der Abwehr, gewannen klar und verdient und schlossen die Vorrunde auf dem zweiten Rang hinter Olten ab.

Die Rückrunde begann in Thun, nach dem klaren Erfolg zuhause eigentlich eine Formsache? Mitnichten, wir zeigten die klar schlechteste Leistung der Saison und gingen sang- und klanglos ein in der ersten Halbzeit und konnten es mit einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei nicht mehr richten. Nach einer weiteren Niederlage in Olten und dem unglücklichen Cup-Out gegen Handball Brugg war für die letzten 2 Spiele klar, es mussten 2 Siege her, um mindestens eines der gesteckten Ziele noch zu erreichen. Das Spiel zuhause gegen Willisau war sicherlich eines der besten Spiele der Saison und dank dem klaren Sieg reichte uns gar ein Punkt im entscheidenden Spiel am letzten Spieletag zuhause gegen Münsingen.

Dieses abschliessende Spiel in Aarburg werden wir alle lange in Erinnerung behalten, vor allem die letzten 13 Sekunden. Während dem ganzen Spiel lagen wir 1-4 Tore im Rückstand, erst kurz vor Schluss konnten wir erstmals wieder ausgleichen. zwei harte Strafen gegen Münsingen bescherten uns beim Stande von 26:26 eine Überzahl und den Ballgewinn. Ein gut herausgespielter Angriff wurde leider vergeben und Münsingen holte sich zu viert den Ball und 13 Sekunden vor Schluss mit einem Freiwurf das 27:26.
Alles vorbei? Wieder ein schwarzer Dezember? Ein Tor fehlte uns zum Glück und wir setzten nochmals zu einem letzten Angriff an. Ein schnelles Anspiel, der Ball zirkulierte bis zum Flügel und quasi mit dem Schlusspfiff fiel das erlösende 27:27. Es war geschafft, die Mannschaft holte sich den verdienten Lohn für eine tolle Vorrunde und konnte gestärkt und mit voller Motivation die Finalrunde angehen.

Ein grosses Saisonziel war erreicht, wir konnten ab sofort nur noch gewinnen und wollten unsere Haut einfach so teuer als möglich verkaufen. Gleich im ersten Spiele trafen wieder auf den HV Olten, den klaren Favoriten auch in dieser Gruppe. Der Spielverlauf glich den beiden Spielen in der Vorrunde, wir hielten bis 10 Minuten vor der Pause sehr gut mit, kassierten dann einige schnelle Gegenstoss-Tore und am Ende verloren wir deutlich, aber zu hoch. War das der Gradmesser? Sollte es so weiter gehen? Nein, wir wollten wie versprochen nicht einfach nur mitspielen und konnten dies bereits im 2. Spiel in Stans unter Beweis stellen. Im nachhinein betrachtet war das eines unserer besten Spiele der Rückrunde, vor allem weil es mit Leichtigkeit, locker und unbeschwert gewonnen wurde. So gestärkt reisten wir nach Bern gegen eine aus der Vorsaison gut bekannten Gegner, Uni Ben Handball. Die ungewohnte Anspielzeit am Sonntag-Nachmittag um 16:30 Uhr und eine gewöhnungsbedürftige Halle fegten die Leichtigkeit aus dem Stanser Spiel im Minutentakt weg und es entstand ein verkrampftes, bis zum Ende mühsames Spiel. Teilweise lagen wir bis zu vier Tore zurück und hätten am Schluss dennoch mit etwas Glück fast noch gewonnen. Das Unentschieden war aber für beide Teams gerecht und wir bereiteten uns auf die nächsten, schwierigen Aufgaben vor: Köniz und Kriens, neben Olten die klaren Aufstiegsfavoriten.

Im Heimspiel gegen Köniz führen wir in einer guten und spannenden Partie zur Pause mit 17:15, begingen aber in der 2. Hälfte zu viele Fehler und verloren am Ende klar mit 29:36. Gegen Kriens sah es dann anders aus, bis kurz vor Schluss konnten wir mit begeisterndem Handball einen 5-Tore Vorsprung herausspielen, den wir uns vor allem mit schnellem und sicherem Angriffsspiel verdienten. Das hohe Tempo forderte am Ende seinen Tribut und wir konnten gerade noch ein Tor über die Zeit retten. So lagen wir mit 5 Punkten aus 5 Spielen zur Halbzeit im Mittelfeld und wollten uns unbedingt noch verbessern. Nach dem Heimsiege gegen Stans war plötzlich wieder alles offen, 2 Siege aus den restlichen 3 Spielen und wir konnten Aufstiegsspiele in die 1. Liga bestreiten.

Und so wurden unsere Ziele plötzlich hochgeschraubt, aus dem Ziel ‚Nicht Abstiegsrunde‘ entstand plötzlich das Ziel ‚Aufstiegsspiele‘, was mich als Trainer eigentlich nur freuen kann. So macht es Spass mit einem Team zu arbeiten, nicht zufrieden sein mit dem Erreichten, sondern Hunger nach mehr. So gestärkt reisten wir also nach Kriens und zeigten leider genau hier unsere schlechteste Rückrunden-Leistung. Nichts wollte gelingen und es resultierte eine klare Niederlage. Noch war aber nichts verloren, da wir das nächste Heimspiel wieder stilsicherer spielten und klar gewannen gegen Uni Bern. Wir wussten, auswärts in Köniz wird es sehr schwierig gegen diese heimstarke Mannschaft. So kam es leider auch, Köniz wollte unbedingt und spielte uns an die Wand, ein klares 22:38 war das Resultat. So entstand also der anfangs erwähnte Widerspruch: Ziel (Finalrunde) erreicht und dann doch wieder verfehlt (Aufstiegsspiele)

Alles in allem darf ich klar feststellen: Die Mannschaft ist gefestigt, das Kader ausgeglichen und die Bereitschaft aller Spielerinnen ist gross. Mit dem Gewinn von Pedro als Assistenztrainer kann ich ab der nächsten Saison auf einen erfahrenen und guten Trainer zählen, der sicherlich neue Inputs bringt und mich und das Team weiter bringt in der Entwicklung. Es wird spannend.

Pesche Göbel, Trainer Frauen 1